Fed, Bank of England und Bank of Japan haben in dieser Woche für reichlich Bewegung gesorgt. Besonders spannend: Obwohl die BoJ ihren Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren anhob, wertete der Yen ab. Für USD/JPY bleibt damit vor allem die weitere Entwicklung der Zinsdifferenz entscheidend.

Die Fed erhöhte ihren Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Gleichzeitig liegt die mediane Zinserwartung der FOMC-Mitglieder für Ende 2026 bei 4,1 % – damit bleibt eine weitere Straffung grundsätzlich auf dem Tisch.

Die Bank of England beließ ihren Leitzins dagegen bei 3,75 %, wobei immerhin drei der neun Mitglieder für eine Erhöhung auf 4,00 % votierten. Am Freitag folgte schließlich die Bank of Japan: Sie erhöhte den Leitzins erwartungsgemäß um 25 Basispunkte auf 1,25 %, den höchsten Stand seit 1995. Die Entscheidung fiel allerdings nur mit sieben zu zwei Stimmen.

Für den Yen reichte das nicht. Die Zinserhöhung war weitgehend eingepreist, während klare Signale für einen aggressiveren weiteren Straffungskurs ausblieben. Gleichzeitig bleibt die Zinsdifferenz zu den USA groß. USD/JPY stieg deshalb nach der Entscheidung zeitweise wieder bis knapp 158 Yen je Dollar.

Charttechnischer Ausblick

Charttechnisch bleibt USD/JPY nach dem scharfen Rücksetzer vom Sommerhoch bei 163,98 in einer wichtigen Entscheidungsphase. Die jüngste Erholung aus dem Bereich um 153 hat das Paar wieder bis rund 156,70 geführt, doch mit 158,00 wartet bereits die erste zentrale Hürde.

Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die Ausgangslage für den US-Dollar wieder deutlich verbessern. Dann kämen zunächst 160,82 und 161,95 sowie darüber das Verlaufshoch bei 163,98 erneut in den Fokus.

Auf der Unterseite bleibt dagegen 151,94 die entscheidende Unterstützung. Fällt USD/JPY darunter, würde sich das technische Bild wieder klar eintrüben. In diesem Fall wären 146,37 beziehungsweise 145,00 die nächsten größeren Auffangbereiche.

Damit liegt die kurzfristige Entscheidungszone recht klar zwischen 151,94 und 158,00. Oberhalb davon hätten die Dollar-Bullen wieder Oberwasser, unterhalb würde eine deutlich tiefere Korrektur wahrscheinlicher.

Die neue Handelswoche im Fokus

Nach der geballten Notenbank-Woche wird es etwas ruhiger, dennoch stehen einige relevante Daten an. Am Mittwoch liefern die vorläufigen US-Einkaufsmanagerindizes neue Hinweise auf die Konjunkturdynamik. Am Donnerstag folgen die japanischen Flash-PMIs sowie die US-Neubauverkäufe. Den Abschluss bilden am Freitag die US-Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter.

Für USD/JPY bleibt damit vor allem die Frage entscheidend, ob die Märkte nach der Fed- und BoJ-Woche weiterhin mit einer großen Zinsdifferenz rechnen. Gleichzeitig sollte das Risiko erneuter Interventionen zugunsten des Yen nicht aus dem Blick geraten – insbesondere falls sich USD/JPY wieder in Richtung der Sommerhochs bewegt.

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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unverändert ein entspanntes Wochenende und einen erfolgreichen Start in die kommende Handelswoche - evtl. sehen wir uns hierbei auf der Finance26...

Ihr Tickmill General D-A-CH Manager
Christian Kämmerer